In der Kaffeerösterei spricht Thorsten Heizmann mit Hans-Peter Behrens

„Egal, wie groß oder klein man ist, es gibt immer Lösungen

Hans-Peter Behrens im Austausch mit Thorsten Heizmann (Heizer-Kaffee)

Hans-Peter Behrens, Landtagsabgeordneter der Grünen, traf sich mit Barista Thorsten Heizmann im „Heizer-Kaffee“ in Bühlertal. Sie diskutierten Herausforderungen der Coronakrise für Unternehmer und setzten sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander. Außerdem erörterten sie Lösungen für sterbende Innenstädte.

Viele Selbstständige haben mit den Folgen der Corona-Pandemie und ausbleibender finanzieller Unterstützung zu kämpfen. „Für mich haben die Hilfen während des ersten Lockdowns super funktioniert, doch jetzt kommen sie nicht mehr bei mir an.“, kritisierte Thorsten Heizmann. Der Unternehmer stellte mit Hilfe der ersten finanziellen Zuschüsse sein Geschäftsmodell um. Er gründete einen Online-Shop, mit welchem er nun erfolgreich Kaffee vertreibt. „Das Online-Geschäft hat mich gerettet. Trotzdem spüre ich es natürlich sehr, wenn die großen Aufträge für Einzelhandelsgeschäfte weg brechen. Das geht nicht nur mir so“, gab Heizmann zu bedenken und möchte deshalb andere Selbstständige motivieren: „Wer Unternehmer ist, hat Verantwortung und muss weiterdenken. Egal wie groß oder klein man ist, es gibt immer Lösungen“.

Auch das Thema Nachhaltigkeit kam zur Sprache. Hans-Peter Behrens bemängelte, dass Plastikverpackungen noch zu billig und klimaneutrale Alternativen zu teuer wären. „Wir müssen dies umdrehen, indem wir steuerliche Vorteile für umweltfreundlichere Verpackungen beschließen und gleichzeitig die Kosten für schmutzige erhöhen.“ Zudem beanstandete er hohe bürokratische Hürden, die es dem Einzelhandel erschweren, nachhaltiger zu handeln.

Corona-Krise hat Probleme offen gelegt und verstärkt

Thorsten Heizmann bestätigte: „Es wird in den nächsten Jahren auf ‚ToGo‘ hinauslaufen, gerade bei uns in der Kaffee-Branche. Noch immer dürfen Läden eigens mitgebrachte Becher und Taschen der Kunden nicht entgegennehmen. Langfristig funktioniert das nicht.“ Beide waren sich einig, dass hier noch großer Handlungsbedarf bestehe. Die Coronakrise habe nicht nur neue Probleme geschaffen, sondern auch jene offengelegt und verstärkt, die schon vorher präsent waren. Eine Folge ist das Sterben der Innenstädte, da immer mehr Menschen ihre Waren aus dem Online-Handel beziehen. Thorsten Heizmann stellt besorgt fest: „Seit 2013 beobachten wir einen regelrechten Online-Boom, wobei die Menschen zwar oft die Beratung vor Ort suchen, aber dann doch im Internet bestellen. Das ist ein riesiges Problem für uns, denn die Läden können so nicht überleben.“. Diesem Missstand müsse schnellstmöglich entgegengewirkt werden. Hans-Peter Behrens ergänzte: „Die Städte müssten Immobilien aufkaufen und zu fairen Pachten an den Einzelhandel vermieten. Nur so kann wieder Kreativität in Zentren geholt werden, die junge Menschen und Touristen anlockt.“

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