Tiefengeothermie in Baden-Württemberg - ein Mosaikstein für den Klimaschutz und die Ernegieautarkie in der Regio

Tiefengeothermie in Baden-Württemberg - ein Mosaikstein für den Klimaschutz und die Ernegieautarkie in der Regio

Große Chancen für den Klimaschutz durch Tiefen- Geothermie

Hybrid-Vortrag in Vimbuch stößt auf reges Interesse am Freitagabend

Geothermie – da schrillen bei vielen Menschen gleich die Alarmglocken. Die Städte Vendenheim bei Strasbourg in Frankreich wie auch Staufen im Breisgau haben unschöne Erinnerungen zurückgelassen. Die Nutzung der Erdwärme aus 4.000 m Tiefe ist an klare Vorgaben in Planung und Ausführung gekoppelt und wird durch das Bergamt Freiburg fortlaufend überwacht. Mittels detaillierter Prüfungen und einem Ampelwarnmeldesystem werden Förderbedingungen z.B. bei Druckveränderungen in der Tiefe zügig reguliert und angepasst. Damit sind die Fehler der oben genannten Aufsuchungsgebiete von vornherein weitestgehend ausgeschlossen. Für potentielle Bergbauschäden müssen die Unternehmen zudem eine Versicherung über 20 Mio. Euro abgeschlossen haben. Die Versicherungsaufsicht kontrolliert wiederum die Versicherung. Für höhere Schadenssummen träte – anders als in Frankreich – die Bergschadensausfallkasse, einer Art Fonds der Bergbauunternehmen, ein. Diese wurde in den letzten 50 Jahren nicht ein einzige Mal beansprucht. Darüber hinaus liegt im deutschen Bergrecht die Beweislast beim Unternehmen und nicht bei den Geschädigten.


Da der Oberrheingraben eine seismisch empfindliche Zone ist, ist die Tiefengeothermie im Oberrheingraben nicht überall möglich. Um Bohrungen erfolgreich niederzubringen, braucht es vor der Förderung von Thermalwasser zur Strom- und Wärmeerzeugung umfangreiche Voruntersuchungen. Nur so können geeignete Felder ausfindig gemacht werden. Die Untersuchungen wie auch die Bohrungen von erfolgen durch Fachfirmen mit entsprechenden Zertifikaten. Neben diesen beiden wesentlichen Nutzungen (Strom/Wärme) stellt die Lithiumförderung die dritte, ebenfalls wirtschaftlich interessante Komponente bei entsprechender Konzentration dar.

Für das Gelingen der Energiewende und das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens benötigen wir den gesamten Energiemix, den Sonne, Wind und Erdwärme uns bieten. Dazu brauchen wir die Aufgeschlossenheit und das Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen sowie die Unterstützung durch die Kommunen. Die Untersuchungen wollen aber zuerst einmal von den Kommunen zugelassen werden. Ich bin überzeugt: Für eine relative Energieunabhängigkeit wird diese Form der Energiegewinnung ein wichtiger Baustein in unserer Region sein. 

Übrigens: Oberflächennahe Quellen wie in Baden-Baden oder auch in Lauf weisen für den Einsatz in der Energiegewinnung zu geringe Schüttungen wie auch zu niedrige Temperaturen auf.
Ich danke Patrick Graf und dem OV Grüne Region Bühl für die gemeinsame Durchführung des hybrid gestalteten Vortrags.

Das Schaubild erklärt die Unterschiede der Tiefengeothermie wie der oberflächennahen Nutzung.
Mit diesem Schaubild werden die Unterschiede Oberflächennahe Nutzung und Tiefengeothermie illustriert. Foto: Jörg Bongartz


Weiterführende Links zum Thema:

https://lgrbwissen.lgrb-bw.de/geothermie/tiefe-geothermie/tiefe-geothermie-baden-wuerttemberg

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/geothermie#oberflachennahe-geothermie

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