Staatssekretärin Bärbel Mielich (Mitte) besucht das Mehrgenerationenhaus in Baden-Baden mit Ob Magret Mergen (links), Ankica Rukavina, Bürgermeister Roland Kaiser und Hans-Peter Behrens. Foto: J. Bongartz

Positive Effekte bei der Begegnung der Generationen

Im Rahmen Ihrer Sommertour besuchte Staatssekretärin des Sozialministeriums Bärbel Mielich auch das Mehrgenerationenhaus in Baden-Baden, das von der Scherer-Stiftung gebaut und der Stadt Baden-Baden zur Verfügung gestellt wurde. Und war gleich begeistert: „Man sieht bei diesem großartigen Haus die Förderung durch eine Stiftung!“ Mehrgenerationenhäuser können auch erheblich kleiner sein, bemerkte sie mit Blick auf andere Objekte der Sommertour.
Das Familienzentrum, leitete Bürgermeister Roland Kaiser zur Begrüßung ein, beherberge in der oberen Etage eine Kita und sei damit prädestiniert für die Begegnung der Generationen, die dank zahlreicher, ehrenamtlich engagierter Bürger gelebt werde.

Wie vielfältig das Angebot im Mehrgenerationenhaus ist, schilderte die Leiterin Ankica Rukavina, die schon in die Entwicklung des Projektes einbezogen war. Neben der Kita, die 71 Betreuungsplätze bietet und die Kinder bis ins Vorschulalter auf vielfältige Weise begleitet und fördert, bringt die Begegnung von Menschen mit ihren vielfältigen Kenntnissen und Erfahrungen zahlreiche Projekte ins Rollen. Diese bereichern das Zusammenleben im Quartier Cité zu einem generationenübergreifenden Miteinander in der Stadt. Besonders gerne engagierten sicher ältere Menschen, die aus dem Berufsleben ausgeschieden wären und nach einer sinnvollen, bereichernden Tätigkeit suchten und in Projekten oder Patenschaften mündeten. So gibt es im Angebot eine Talente-Tausch-Börse, Kultur- und Sprachkurse und Beratung für Eltern. Rukavina berichtet über ehemalige Besucher der Kita, die inzwischen berufsvorbereitende Praktika im Familienzentrum absolvierten oder ehemalige Ehrenamtliche, die im Demenzcafé „Vergiß Dich nicht“ Ansprache als Betroffene fänden.
Ihre umfangreichen Erfahrungen kann die Leiterin auch in der LAG Mehrgenerationenhäuser Baden-Württemberg weitergeben und freut sich über die Zunahme der landesweiten Vernetzung der Einrichtungen sowie die Förderung durch das Land Baden-Württemberg.
Im Dezember hatte das Land eine solche Förderung mit dem Schwerpunkt Klimaschutz und Nachhaltigkeit ausgeschrieben, für das sich auch die Baden-Badener Einrichtung beworben hatte. Für den ersten September wurde das Projekt „Generationen für Klimaschutz und Nachhaltigkeit“ mit der Fördersumme von 7 200 Euro bedacht. Bislang konnten aufgrund der Corona-Pandemie nur Ideen gesammelt werden. So soll der Talente-Tausch für das Ernten und Einmachen von Obst und Gemüse oder zur Saftherstellung genutzt werden. Momentan sei leider der Geist des Hauses mit der Durchmischung der Generationen coronabedingt sehr schwer zu halten, bedauerten Rukavina und Kaiser.
Besonders begeistert zeigte sich die Staatssekretärin von der Effizienz, mit der Projekte umgesetzt und das Angebot bereichert würde. Trotz eines überschaubaren Budgets zeige sich das Familienzentrum sehr, sehr vielseitig, so Mielich.

Großzügige Gruppenräume in Champagnerfarbtönen sind charakteristisch für die Kita im Familienzentrum.



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